Glückspilz der Woche

Aufgrund vielfacher Nachfrage haben wir uns entschlossen, Ihnen etwas mehr über unsere Glückspilze zu erzählen. Hier werden wir Ihnen nun unsere "besonderen Glückspilze" vorstellen. Alle vorherigen Glückspilze können Sie dann in unserem

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In letzter Sekunde...

IndiraLange Zwingerreihen, alle besetzt mit zitternden, wimmernden, verängstigten Artgenossen. Immer wieder wurden einige dieser Zellen geräumt - Jaulen, Schreie, Winseln, dann nur noch Stille. Es roch nach Hoffnungslosigkeit, nach Tod und ich, Indira, saß mitten drin, in einer Tötungsstation in Rumänien.

Warum das Schicksal ausgerechnet mir gnädig war, ich weiß es nicht. Auch alle Leidensgenossen um mich herum, die dem sicheren Tod entgegen zitterten, hätten die Rettung verdient gehabt, aber ich, ausgerechnet ich, durfte diesen Todeskerker verlassen und mein Retter hieß Michael!

"Komm, altes Mädchen, wir gehen". Michael hatte alle Mühe, die Fassung zu wahren. Ich glaube, er hätte gerne noch mehr von uns mitgenommen. Es war der 16. April 2007, mein Glückstag, ich war etwa 5 Jahre alt und dieser Tag war mein 2. Geburtstag, denn ich durfte weiter leben!

IndiraBei Michael herrschte reger Trubel und die vielen Welpen waren manchmal schon sehr nervig. Ich war zu allen und jedem freundlich, so bin ich eben. Es hätte auch nichts gebracht an das zu denken, was war. Einmal hörte ich Michael sagen, "diese Augen haben schon viel Schlimmes gesehen, da spiegelt sich das ganze Elend und sie ist so ein lieber Hund, sie müsste Menschen eigentlich hassen". Wie Recht er doch hatte, doch was hätte es gebracht, die Menschen zu hassen? Die Zweibeiner, bei denen ich jetzt war, musste man weder hassen noch fürchten.

Ich lebte vor mich hin, freute mich über jedes Streicheln, über jedes liebe Wort und es störte mich auch nicht, dass sich niemand für mich interessierte. Ich war glücklich hier zu sein, auch wenn ich manchmal wie in einer eigenen Welt lebte und mich abschirmte. Nach 184 Tagen bei Michael rief dieser erfreut, "Indira, Deine Chance, hier ist eine Anfrage für Dich". Sollte ich mich nun freuen? Eigentlich war mir das gleichgültig. Ich hatte gelernt alles hin zu nehmen, ich konnte doch nicht ändern, was passiert.

IndiraSo fuhr ich im November 2007 nach Deutschland, wobei ich keine Ahnung hatte, was Deutschland bedeutete.

Endlich, nach vielen Stunden war die lange Fahrt zu Ende und kaum war die Autotür offen hörte ich eine freundliche Stimme: "Meine Indira, wie schön, Du bist da. Mein Mädchen, komm, Du hast sicher Hunger". Petra hieß sie und sie meinte ganz offensichtlich mich und ich ging einfach mit. Knuddeln, streicheln, diese Petra gefiel mir. Warum es mit "meiner Anfrage" letztendlich doch nicht geklappt hatte, weiß ich nicht, ich hatte mir schon lange abgewöhnt, nach dem "Warum" zu fragen. Ich blieb bei Petra und das war gut so. Und weil es so schön war zu leben, fing ich an zu spielen - ich spielte und tobte mit meinen neuen Hundefreunden durch den Garten und offensichtlich habe ich Petra damit eine ganz große Freude gemacht, denn sie lachte und rannte dauernd mit so einem seltsamen Gerät um uns herum, das sich Kamera nannte.

IndiraIch weiß nicht, wie oft Petra mir sagte, dass sie mich so liebt, dass ich ihr Schatz sei und ich genoss es, ihr Schatz zu sein. Ich war noch nie der Schatz von jemandem. Ich wurde auch noch nie so viel gestreichelt und ich lernte sehr schnell, dass es sich auf der Couch viel besser liegt, als auf dem Boden. Was ich nicht verstand, warum Petra immer Tränen in den Augen hatte, wenn sie von mir sprach. Sie könne mich nicht her geben, sagte sie immer wieder. Komisch, ich wollte ja auch nicht weg und somit waren wir uns doch eigentlich einig - oder etwa nicht?

Indira"Indira", wir fahren zum Hundetreff auf die Scharben-Hütte, da wirst Du einige Deiner alten Freunde wieder sehen". Oje, wieder dieses Chaos mit den vielen Welpen! Aber so schlimm war es überhaupt nicht, so viele Welpen waren nicht da und die anderen Hunde interessierten mich nicht weiter. Ich stand über den Dingen und machte mich auf der Eckbank breit, wobei es mich auch nicht weiter interessierte, ob sich die Zweibeiner zusammen drängen mussten. Ich blickte mit melancholischem Blick in die Runde, niemand wäre auch nur im entferntesten auf die Idee gekommen, mir den mir zustehenden Platz zu verwehren und schloss die Augen!

IndiraMeine Petra weinte! Warum nur? Hatte sie auch so viel Schlimmes erlebt wie ich? Sie sagte, ich bekäme nun ein Zuhause und sie könne mich nicht bei sich behalten, es wären zu viele Hunde. "Aber warum nur, Petra, die sind doch schon die ganze Zeit da, es ging doch." Unter Tränen stammelte sie, "Eva gibt Dir ein Zuhause, sie wird Dich lieb haben, auch wenn Dich nie jemand so lieb haben kann, wie ich es tue, aber es geht einfach nicht." Ich war schon ganz nass von ihren vielen Tränen und auch ein bisschen traurig. Aber ich wusste ja, es ist nicht zu ändern und wie immer fügte ich mich, machte keine Probleme, wie ich es immer getan hatte.

IndiraUnd nun hatte ich ein Zuhause, ein richtiges Zuhause und in diesem Zuhause lebte ich nicht nur mit Eva, sondern auch noch mit einem Hundekumpel, der Momo heißt, der mir aber manchmal etwas zu hektisch ist und mit einem kleinen Menschen. Dieser kleine Mensch war erschreckend hilflos, er konnte nicht einmal gehen, sondern musste in einer Karre geschoben werden. Momo und ich gingen neben her, aber so was hätte es bei Hundekindern nie gegeben, die konnten sich wenigstens auf ihren Beinen fort bewegen und brauchten keine Karre. Verstehe einer die Menschen. Inzwischen ist unser kleiner Mensch beweglicher und schafft das alles ohne dieses Teil auf 4 Rädern, aber es hat lange genug gedauert.

IndiraMein Leben ist schön! Meine Futterschüssel ist immer gefüllt, den Platz auf der Couch beanspruche ich nach wie vor, weil mir das einfach zusteht, wo ich doch diesen gewissen Blick habe......., bei schönem Wetter lege ich mich in den Garten in die Sonne und träume vor mich hin

Ich genieße die täglichen Spaziergänge, nur nicht zu viel Hektik, ich liebe die Ruhe und Gemütlichkeit. Meine Eva akzeptiert mich wie ich bin, auch, wenn ich manchmal meine eigenen Wege gehe. Auch nimmt sie mich immer wieder zu diesen Hundetreffen mit, wo ich alle Komplimente cool über mich ergehen lasse. Aber wie schon gesagt, ich stehe über den Dingen und im größten Trubel stehe ich wie ein Fels in der Brandung, aber nicht lange, dann lege ich mich einfach nieder, schaue noch etwas melancholisch und schlafe dann ein......

Eure Indira